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Geboren 04.08.1933 in Bad Salzuflen;
Volksschule Arbeit in Industrie und Handwerk.
Übersiedlung in die DDR in1957; dort erste  Textversuche. Seit 1960 Mitglied in einem Zirkel schreibender Arbeiter,  Veröffentlichungen in Anthologien /  Zeitungen.
Wegen Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen,           insbesondere dem Reiseverbot,  Ausreiseantrag  und  Rückkehr in   die Bundesrepublik 1975. 

Kurt Müller war einer der ersten Autoren, die zum First minute Verlag gestoßen sind. Er gehört zu den Autoren, die als Zeitzeugen der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts sowohl über die heutige wie in die ve­gan­ge­ne Zeit tiefblickend zu berichten wissen. Kurt Müller, 1933 in Bad Salzuflen erlebte die letzten Jahre des Krieges als Kind, wuchs in der Nachkriegszeit in Bielefeld auf und ging dann, vom Ideal der kommunistischen Ideale geblendet, in die DDR. Dort arbeitete er Jahre lang als Schichtarbeiter in Dessau, gründete eine Familie, wurde geschieden und setzte nach harten Auseinandersetzungen mit den DDR-Behörden seine Rück-Ausreise in den Westen durch. Müllers literarisches Schaffen ist von der Vielfältigkeit seiner Erlebnisse geprägt. Es sind die Schauplätze der Kindheit, die ihn vom Krieg erzählen lassen, und es sind die Jahrzehnte in der DDR, die seine Figuren zu Parteisekretären, Arbeitern oder Nörglern werden lassen. Zugleich hat er ein großes Herz für seine liipisch-westfälischen Mitbürger, über die er mit Wärme und Humor, manchmal auch mit dem erhobenen Zeigefinger berichtet. Darüber hinaus sind es Plätze auf dieser Welt, die er nach (wiederholten) Besuchen in seinen Büchern verewigt. Ostpreußen, Irland, Juist und vieles, das noch folgen wird. Besonders eindrucksvoll hat sich Kurt Müller mit seiner Erzählung über die Ermordung des jüdischen SPD-Mannes und Journalisten Felix Fechenbach verwirklicht. Nach langwierigen Recherchen schrieb er die Erzählung „Im Wald bei Kleinenberg“, in der er den Ablauf und die an der Handlung beteiligten Personen in der Mordsache Felix Fechenbach schildert. Die Erzählung diente als Vorlage für das gleichnamige Theaterstück, das Frank Dieckbreder schrieb und von beiden als gemeinsames Projekt vorgetragen wird.


Sven Hadon

geboren 1964 in Rostock, durfte wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ nach dem Abitur nicht studieren. Er arbeitete einige Jahre im Seehafen und stellte mehrere Ausreiseanträge. Es folgten die Totalverweigerung des Wehrdienstes und eine missglückte „Republikflucht“. Nach kurzzeitiger Inhaftierung bei der Staatssicherheit wurde er aus der „Staatsbürgerschaft der ddr“ entlassen und durfte nach West-Berlin ausreisen. 1989 begann er als freier Reporter eine journalistische Laufbahn. Seit 1994 ist er als leitender Redakteur bei einer bekannten deutschen Tageszeitung beschäftigt. Seine lyrischen Texte sprechen keineswegs von der Verbitterung, die man aus seinem Lebensschicksal vielleicht herausdeuten möchte. Mit Humor und Vielfältigkeit nimmt er die Zustände kurz vor der „Wende“ in der DDR auf die Schippe. Mangel an Konsumgüter wie auch die Unfähigkeit der kleinen und großen Funktionäre sind das Ziel seiner im freien Maß verfassten Gedichte. Mit seinem Buch („Das Ende der Fahnenstange“) haben sich bereits Medien wie der Norddeutsche Rundfunk interessiert. 


Ralph Jenders
 
Jahrgang 1958, lebt in Emsdetten legt in seinen Büchern Gedichte und Prosatexte vor. Titel wie „Die Ewigkeit des Augenblicks“ und „Blaue Hoffnung“ sind dabei Ziel und Thema in einem: Den Augenblick in der Spiegelung von Wort, Gefühl und Gedanke zu ver­ewigen, die Begriffe Individuum und Gesellschaft in philosophisch geprägten Gleichnissen und Meta­phern durch Wandlungen und Verzerrungen aufzu­spüren, zu definieren und miteinander zu verbinden. Ergebnisse als Verfärbungen oder Ratlosigkeit, Fra­gen und Zweifel anstatt Hoffnung oder Trost, die keineswegs immer erfolgreiche Suche nach dem Anfang wie dem Ende - im Hintergrund ein Dichter, ein Autor, dessen Lyrik und Prosa gleichermaßen von der Fertigkeit im Umgang mit dem Wort, der Wertung menschlicher Lebensphasen und der Fähigkeit dialektischen Denkens durchdrungen sind. Ralph Jenders hat seit März 1998 mit ‘lyrik & jazz’ ein eigenes, abendfüllendes Programm mit dem Ibbenbürener Gitarristen Ingo Nüssemeier. Er ist an vielen Veröffentlichungen und Kulturprojekten des Kreises, wie den Jahrbüchern und dem Projekt: „Kunst in unserer Region", beteiligt. Im Frühjahr 1997 gründete er mit verschiedenen Autor(innen) die Autorengruppe „TEKSTE - Der Autorenkreis“ im Kreis Steinfurt, und im September 1997 tritt er dem Verband Freier Deutscher Autoren (FDA) bei. Aus der Zusammenarbeit mit der freischaffenden Künstlerin Dr. phil. Gaby Lepper-Mainzer aus Dülmen entstehen zwei Kalenderprojekte: „Blaue Sehnsucht Münsterland 1999“ - Assoziative Texte zu Kalenderblättern und „Blaue Sehnsucht Münsterland 2000“ - Sentenzen auf Kalenderblättern. Beruflich ist Ralph Jenders geschäftsführend in einer sozialen Einrichtung im Kreis Steinfurt tätig, wo er sich unter anderem für die Integration von ausländischen Bürgern einsetzt. Sein Engagement gilt auch über die Literatur hinaus der Kultur. 


Tim Natan Nerl

ist einer der beachtenswerten Erstautoren des Verlages. Der Autor stammt aus der Nähe von Kiel. Sein Autoren-Name ist ein Pseudonym, mit dem er in die Öffentlichkeit getreten ist. Es stellt eine Wortumbildung seines eigentlichen Namens dar. Tim Nathan Nerl war bei der Veröffentlichung seines Buches "eins" noch nicht zwanzig Jahre alt. Er hatte jedoch eine starke neigung zur Literatur entwickelt, was die Verleihung eines Preises bei dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend schreibt“ unter Beweis stellt. Im Mittelpunkt seiner Texte stehen junge Leute, die sich auf ihre eigene Art mit dem sozialen Umfeld und den Mitmenschen auseinandersetzen müssen. Nerl wertet dabei einen wesentlichen Teil seiner bis­herigen Lebenserfahrungen aus. Mit tiefgehenden philosophisch-analytischen Gedanken kommt er zu mitunter erstaunlichen Erkennt­nissen. Zugleich bietet er dem nicht nur jungen Leser ein Thema, das seinerzeit auch schon große Autoren wie Böll oder Frisch beschäftigt hat: Das schwierige Verhältnis von Individuum und komplexer Gesellschaft. Doch im Gegenteil zu Böll und Frisch lässt Nerl den jungen Sebastian seine Rolle in der Gesellschaft weder durch die räumliche Flucht noch durch ein Clownskostüm leugnen. Mit mathematischer Logik gelingt es ihm, das engma­schig geschilderte Gegenwartsbild ohne kindische Attitüden zu einer spannenden Erzählung zu ver­flechten und letztlich in ein zuversichtliches Ende münden zu lassen. 


Dr. David Daudrich

Gut zweihundert Jahre ist es her, dass zahlreiche Deutsche dem Ruf jener deutschstämmige Zarin folgten und sich in Rußland ansiedelten. Über viele Generationen lebten sie fortan in Familien- und Dorfgemeinschaften im europäischen Teil des riesigen Landes, pflegten alte Traditionen und bekannten sich zur deutschen Sprache und Kultur. Bis mit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, der Oktoberrevolution, der Gründung der Sowjetunion und endlich mit der Machtübernahme durch den Tyrannen Stalin ihre rücksichtslose Vertreibung, die Löschung ihrer Nationalität und ihre physische Vernichtung begann. In den Arbeitsarmeen und in elenden sibirischen Siedlungen fristeten sie ein unvorstellbar armseliges Dasein. Einer von ihnen ist David Daudrich, der Autor der in unserem Verlag zwei Bücher veröffentlichte (ein weiteres ist in Vorbereitung). Seine Vorfahren, die 1767 in das „Randgebiet“ Ukraine siedelten, wurden nach der ersten russischen Revolution 1905 in die Nähe von Omsk gebracht, wo Daudrich 1928 geboren wurde und aufwuchs. Noch bevor Stalin an die Macht kam, erlebte er, wie immer wieder mittelständische Bauern, die sogenannten Kulaken, abgeholt und in Lagern umgebracht wurden. Als dann 1941 Hitler die Sowjetunion überfiel, musste Daudrich die Schule beenden und auf der Kolchose arbeiten. Trotzdem war sein Drang nach Bildung so stark, dass er nach dem Krieg unter unglaublichen Entbehrungen und unter Überwindung vieler Schikanen bis zur Hochschule kam und endlich sogar promovierte. David Daudrich, der mit Leib und Seele Wissenschaftler war, hat in der Sowjetunion zahlreiche Erfindungen gemacht und patentieren lassen. Seine deutsche Abstammung und seine ablehnende Haltung gegen den Kommunismus haben seinen Aufstieg zu den allerhöchsten Ebenen der Forschungsinstitute verhindert. Um so beeindruckender und unglaublicher sind die vielen Details, aus denen sich seine in den vorliegenden Büchern geschilderte Lebensgeschichte zusammensetzt. Bemerkenswert sind aber auch die Intensität und die Sorge, mit denen sich Daudrich den Problemen der Umwelt und der Rolle der Wissenschaften im Verhältnis zur Entwicklung der Menschheit angenommen hat. Besonders in seiner ausführlichen Abhandlung über das Wirbelkraftwerk erweist er sich als kompetenter Planer und Konstrukteur. Mit diesem einzigartigen Kraftwerk bietet er eine Lösung zur Energiegewinnung an, durch die unserer Atmosphäre ohne wesentlichen Aufwand von den Schadstoffen anderer Kraftwerke verschont bliebe. In seinen Betrachtungen zum Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik entlarvt er die Methoden der Wissenschaft bezüglich dieses Lehrsatzes als starr und rückständig. Sowohl das Buch über das Wirbelkraftwerk wie die Abhandlung über den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik wurden bereits kurz nach ihrem Erscheinen von etlichen Buchhandlungen – auch aus dem Ausland – geordert.

Dr. Frank Dieckbreder

ist ein Autor, der sich trotz seines enormen beruflichen Einsatzes in den Bodelschwing'schen Institutionen viel Zeit für die aktive Gestaltung der Literetur, speziell im Bereich Theater, genommen hat. Seine Stücke sind eine erfrischende Bereicherung der heutigen Theaterlandschaft. Die Fragen: Wer interessiert sich heute noch für Dramen, wer schreibt Stücke, wer macht wie Theater? lassen sich bereits nach Dieckbreders ersten Büchern beantworten: Die Stücke des jungen Dramatikers, Regisseurs und Schauspielers sind klassisch, expressionistisch, experimentell, avantgardistisch. Er macht leises Theater laut oder lautes Theater leise. Er schreibt, inszeniert und spielt politisch, gesellschaftskritisch, philosophisch, literarisch oder in szenischen Sequenzen. Kopf kontra Herz und Skurrilität wider Tradition. Leere, Fülle, Einsamkeit, Sturm. Intellektueller Nonsens, Widerwärtigkeit, Chaos. Inhalte. Tiefe, niemals Seichtes. Frank Dieckbreder, Jg. 1971 und Spross einer gestandenen Schauspielerfamilie (bereits seine Urgroßeltern waren Schauspieler), gibt Antworten. Seine Stücke sind Spiegel seiner von kreativ sicherer Hand beherrschten Theaterleidenschaft. Aus dem Ansatz des klassischen Theaterspiels geht er zu sprachlich und szenisch freien Formen über, ohne den Handlungen Sinn und Übersichtlichkeit zu nehmen. Sein bekanntestes Theaterstück, „Die Wasserfalle“, wurde am 15. Mai 1998 im Dortmunder Theater im Depot uraufgeführt. Um für die Kunst Erfahrungen zu sammeln, studierte Dieckbreder in mehreren Fächern: Verschiedene Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Letztendlich landete er bei der Pädagogik, Soziologie und Philosophie. Nebenbei arbeitete er über 12 Jahre als Krankenpfleger. Er ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe Súnyatá (zu der u.a. Siegfried Rinsche und Edgar Bangert gehören), mit der die Künstler versuchen, in Form von Performences viele Kunstformen (Literatur, Theater, Malerei, Musik) gleichzeitig auf die Bühne zu bringen. Sein Stück „Im Wald bei Kleinenberg“, das er nach der gleichnamigen Erzählung von Kurt Müller schrieb und das beide Autoren in einem gemeinsamen Band veröffentlicht haben, wurde bereits mehrfach von Dieckbreders Theatergruppe unter Mitwirkung von Kurt Müller erfolgreich aufgeführt. Bemerkenswert an den Aufführungen ist jeweils die Spannung, die im Publikum herrscht. Es ist ebenso der guten Inszenierung Dieckbreders wie auch den schauspielerischen Qualitäten seiner Theatergruppe zu verdanken, dass die darstellerische Umsetzung des Mordes an Felix Fechenbach vom Publikum mit beklommener Stille und anschließend mit heftigem Beifall angenommen wird. Insbesondere hat sich des Buches die Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe und das Detmolder Fechenbach-Berufskollegium angenommen. In beiden Einrichtungen finden bzw. fanden unter Anwesenheit der Töchter Felix Fechenachs bereits Aufführungen statt.
Ein besonders hoher künstllerischer Gehalt wurde dem außergewöhnlichen Theaterstück "Troia X"  , das Frank Dieckbreder federführend unter der Mitautorenschaft des Schriftstellers Alexander Richter verfasste, bescheinigt. Nachdem Richter bereits mit den Prosatexten zu "Troia X" eine bislang ungekannte Variante als Nachdichtung zur Homerschen Überlieferung vorgelegt hatte, die neben der sichtlich logischen Ausdeutung des Schlachtverlaufs und der Folgen auch durch einen einmaligen Sprachstil auffällt, schufen Dieckbreder und Richter ein Theaterstück voller Explosivität und Höhepunkte.



Dr. Guido Dahl 
 
lebt, obzwar gebürtiger Rheinländer (Jahrgang 1946), schon lange unter den (bei den Rheinländern) als humorlos und langweilig geltenden Westfalen, hat hier jedoch nichts von seiner kraftvollen Kreativität und seiner lyrischen Begabung eingebüßt. In seinem Hauptberuf als Direktor einer Volkshochschule wird er zugleich seinen wissenschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen gerecht und hält selbst Vorträge und Lesungen. Mit seinem ersten Buch, das er gemeinsam mit Angelika Scho veröffentlicht hat, erweist er sich als philosophischer Denker mit Tiefgang und perfekter Lyriker. Seine Gedichte befassen sich mit unterschiedlichen Themen. Ob Geschichte, Natur und Umwelt oder Liebe, es ist immer etwas, das den Leser innehalten und nachdenken lässt und dass ihm neu erscheint. Guido Dahls Texte bestechen durch kurze, bis zur Schlichtheit reichende Formulierungen, in denen zugleich ein Anspruch von Genialität liegt. Ebenso ist er in der Lage, kompliziert zu schreiben und die Möglichkeiten seiner Sprachbegabung unter Beweis zu stellen. Die Harmonie, die er in „Nächtebuchnotiz um 1.35 Uhr“ zur Mitautorin Angelika Scho entwickelt, ist auffällig. Ohne detaillierte Abstimmung finden beide Autoren den gleichen Tonfall, die gleichen Aussagen. Insbesondere verbindet sie das Thema Steine. Guido Dahl hat mehrere Studien abgeschlossen, darunter auch die Theologie, er ist zugleich ein begabter Maler, dessen Motive durch expressionistisch experimentelle Tendenzen geprägt sind. In Verbindung mit seiner Passion für Poesie vermag Guido Dahl offenen wie auch verstellten Kunstwerken ganz spezielle Interpretationen zukommen zu Lassen. Das, was anderen Betrachtern belanglos oder ohne Wert erscheinen mag, wird durch die Kunst-Kenntnis und das Ausdrucksvermögen Guido Dahls zum Gegenstand von Interesse. Es erhebt bislang als unauffällig geltende Kunstgegegenstände in einen neuen Rang und gibt diesen auch eine deutliche Gestalt. Der in Guido Dahls Buch beschriebene virtuelle, lyrisch geprägte Rundgang durch das kleine Ochtrup offenbart dem Besucher, vielmehr noch dem Einheimischen eine Sicht auf die Stellen und Plätze, die zuvor kaum wahrgenommen wurden.

Hans Daßau 

sammelte, bevor er zu unserem Verlag stieß, bereits mit einer anderen Buchveröffentlichung als Autor Erfahrungen auf dem Buchmarkt. Mittlerweile hat sich der 1950 in Kellinghusen (Schleswig-Holstein) Geborene auf einen historischen Stoff konzentriert, an dem er mehr als sechs Jahre gearbeitet hat. Ostpreußen, dies ist eine Region, die er nicht mehr persönlich kennen gelernt hat. Dennoch ist ihm dort vieles vertraut, hat er sich doch ausgiebig mit Menschen befasst, die aus Ostpreußen stammten. Insbesondere verbrachte Hans Daßau in seiner Jugend, die er in Fitzbek (holsteinische Geest) verlebte, viel Zeit mit Flüchtlingen aus Ostpreußen. Dazu gehörte auch seine Ziehmutter, die aus Trakehnen stammte und gemeinsam mit ihrem Mann auf dem weltberühmten Gestüt arbeitete. Von ihr und einem pensionierten Lehrer erhielt er soviel Erzählstoff, dass er sich weiteren gründlichen Recherchen und Gedanken endlich an sein Ostpreußen-Buch wagte. Hans Daßau ist allerdings kein Mensch, der auf die Lebensgeschichten anderer Leute angewiesen wäre. Er selbst hat ein bewegtes Leben hinter sich. Immer schon zog es ihn in die Fremde. Als 18-Jähriger nahm er in Paris für drei Jahre die Stelle eines Volontärs an. Und noch heute ist er von der Sprache und der Lebensweise der Franzosen fasziniert. Danach lockte ihn die Seefahrt. Mehr als zwei Jahrzehnte streifte er als Seemann und Schiffskoch durch die Weltmeere und lernte dabei Länder, Menschen, Sitten, Bräuche und Religionen kennen. Mittlerweile hat er sich – natürlich nahe der See – niedergelassen. Er greift auf seinen Fundus an Erlebnissen und Erfahrungen zurück, und es ist nur eine Frage der Zeit, ehe er mit einem neuen Erzählband zuschlagen wird. 


Günter Löffler

Günter Löffler, 1921 in Thale geboren, nach dem Krieg in amerikanischer Gefangenschaft, danach in Dessau und Ost-Berlin lebend. Sein Leben lang hat er sich mit der Literatur beschäftigt. Neben Kinderbüchern, die er in der DDR veröffentlichte, kann er vor allem auf Übersetzungen von Autoren der Weltliteratur verweisen. Zu seinen herausragenden Leistungen gehören Übersetzungen von so berühmten Schriftstellern wie der Russen Tendrjakow und Simonow sowie der Amerikaner Jack London und J. F. Cooper. Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm jedoch erst nach dem Ende der DDR. Seine drei in unserem Verlag veröffentlichten Romane enthalten zwar autobiografische Züge, dennoch hat Löffler die Handlungen geschickt in die gesellschaftlichen Zusammenhänge der jeweiligen Zeit gestellt. Während er seinem ersten Werk die persönlichen Erfahrungen in der Kriegsgefangenschaft, aber auch im Krieg selbst zugrundeliegen, hat er mit seinem zweiten Buch („Tappen im dunkeln“) etwas verwirklicht, was noch nicht viele Autoren bzw. Väter gewagt haben: Er hat darin den DDR-Teil der Lebensge­schichte seines Sohnes Frank in eine schil­lernde Story ver­wandelt und somit ein Stück der eigenen Fa­milienchronik mit der Aufzeichnung der politi­schen und gesellschaftlichen Verhältnisse der DDR verbunden. Er hat sich nach seinem Tatsachenroman „Finale in Texas“, in dem er die abenteuerliche Flucht eines Deutschrussen aus US-Kriegsgefangenschaft schildert, ein weiteres Mal um die Aufarbeitung historischer Themen verdient gemacht. Dass er aber auch die listige Schreibweise eines Krimi-Autoren beherrscht, hat er in seinem Buch „Weschke junior in der Klemme“ bewiesen. Mit Witz und Geschick und lässt er seine Figuren im Berlin neuester Prägung agieren und führt den Leser schließlich zu einer raffinierten Lösung des Falls. Gespannt darf man sein, ob dieses farbige Krimi-Muster eine Fortsetzung erfahren wird.


 Alexander Richter

 Jahrgang 1949 und damit im selben Jahr wie die frühere ddr geboren, setzt sich auch umfassend mit dem inzwischen nicht mehr existierenden „zweiten deutschen Staat“ in seinen Büchern auseinander. Richter bevorzugt zwar die Satire, hat aber auch bitterernste Romane und geschichtlich dokumentarische Bücher veröffentlicht. Seinen eigenen Lebensweg beschreibt er in Büchern wie „Das bittersüße Leben vor dem Knast“ (ausführlich in der FAZ) rezensiert, „Helmhöltzer sind Edelhölzer“ oder „Eine Rose für die Deutschen“. Bekannt wurde er vor allem Anfang der neunziger Jahre durch sein Buch „Das Lindenhotel oder 6 Jahre Z für ein unveröffentlichtes Buch“. Darin schildert er in kargen Sequenzen seinen elfmonatigen Aufenthalt im Potsdamer Stasi-Knast, im Volksmund „Lindenhotel“ genannt. Richter ist an sich ein „Kind der ddr“, machte Abitur, Wehrdienst und studierte an der Berliner Humboldt-Uni. Durch die Unzufriedenheit, die er im SED-Regime immer stärker empfand, begann er schließlich ein umfassendes Romanmanuskript zu schreiben, das er über mehr als vier Jahre seitenweise per Brief in den Westen schickte. Da er jeden zweiten Tag eine Fortsetzung „lieferte“, kam ihm das MfS bald auf die Spur, beobachtete ihn jedoch erst lange Zeit, eher es ihn 1982 verhaftete. Er wurde wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und befand sich bis 1985 im Zuchthaus Brandenburg, ehe ihn die Bundesregierung freikaufte. Obwohl er nach der Wende Angebote bekam, in die neuen Bundesländer zu gehen, blieb Richter im Westen. Er arbeitet inzwischen als Chefredakteur der Monatszeitschrift „Freiheitsglocke“, die von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, dem ältesten deutschen Verband ehemaliger politischer Häftlinge (gegründet 1950) herausgegeben wird, schreibt aber auch für verschiedene andere Zeitungen und ist als Lektor und Verlagsleiter tätig. Außerhalb des First minute Verlages sind von ihm erschienen: „Die gestohlene Himmelfahrt“ - Kurzgeschichten aus der ddr (25 DM), „Eberswalder Spezialiäten“ (Roman, 25 DM), „Die Opfer werden die Täter sein“ -Roman einer Wendeutopie (36 DM) und „Vergesst uns nicht, wenn auch die Tage wandern und die Jahre“ - eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. (204 Seiten, 10 €). Veröffentlicht wurde auch der umfangreiche authentische Roman „Zuchthaus Brandenburg“, der mit finanzieller Unterstützung des Brandenburgischen Bildungsministeriums entstand. Dieses Buch fand gleich nach seiner Veröffentlichung große Resonanz und wird zunehmend von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen im Unterricht verwendet.
 

Theres Essmann

jung, zielstrebig, attraktiv, jedoch mit einer gehörigen Portion Nachdenklichkeit, so könnte man die sympathische Lyrikerin aus Süddeutschland, ursprünglich im Münsterland beheimatet, beschreiben. Ursprünglich Lehrerin, arbeitet Theres Essmann mittlerweile als Managerin auf hoher Ebene in einer PR-Agentur. Sie ist jedoch bestrebt, ihre lyrische Begabung trotz geringen Freizeitvolumens umzusetzen. Sie gibt jedem Gedicht seine Zeit und bringt schließlich Texte zu Papier, die ausgereift und ausdrucksstark sind. Ihr Erstlingswerk, das 2002 im Firstminute Verlag erschien, ist ein Buch, das, egal, wo man es aufschlägt, mit kleinen Kostbarkeiten aufwartet. Wassertropfen auf Kleeblättern, Das Gewicht der Berührung - Umschlagfoto und Titel dieses Lyrikbandes sind programmatisch für seinen Inhalt. In ihren Gedichten geht Theres Essmann den „ersehnten Spuren“ nach, die unser Leben in uns hinterlässt, wenn wir uns berühren lassen. Ersehnt, weil ungelebte Zeit gleichbedeutend  mit „verschenktem Raum“, es warm nur im „bewohnten Herzen“ ist. Die Bilder für ihre Suche findet Theres Essmann vor allem in der Natur, deren Phänomenen sie in eindrucksvollen Metaphern eine oft überraschende Wendung gibt. Nicht selten verschmelzen dabei äußere und innere Realität. Trotz aller Sprachsicherheit ist Sprache für Theres Essmann gleichzeitig auch Gegenstand des Zweifelns. Eine Abteilung der Gedichtesammlung ist der Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen von verbaler Kommunikation gewidmet. Unter dem Titel „Gehversuch“ etwa entlarvt die Autorin alle Worte nur als „Krücken / denen wir / Beine machen“. Theres Esmanns Gedichte sind mehr als nur Berührungen. Sie kommen von ganz tief innen und reichen ganz weit hinaus. Sie können vereinnahmen und festhalten, dies sehr nachhaltig. Theres Essmann ist auf dem Weg, als Lyrikerin erfolgreich zu werden.

Hanna Berheide 

ist von Geburt her eine Westfalin, wenngleich ihr literarisches Schaffen und der Stoff ihrer Bücher weit über die Region hinausgeht. Aufgewachsen auf dem Land, begann sie nach Ausbildung und Heirat für Tages- und Wochenzeitschriften zu schreiben und zog nebenher ihre vier Kinder groß. Bevor sie zum First minute Verlag stieß, veröffentlichte sie mehrere Bücher und zahlreiche Erzählungen an anderen Stellen. Eine davon, „Eine Welt aus Diensttagen“, brachte ihr 1999 einen Literaturpreis ein. Mit ihrem 2001 erschienenen Buch „Die Glasperlenkette“ schuf sie einen tiefgreifenden Gesellschaftsroman, dessen Handlung in der Nachkriegszeit beginnt und sich bis in die Zeit nach der Wende zieht. Gekonnt wechselt sie dabei die Zeitebenen und macht den Leser mit den unerschöpflichen Themen Liebe und Freundschaft vertraut, wobei sie mit überzeugender Erzählkraft die Figuren ihres Romans auftreten lässt. Nicht selten sehen die Leser dieses Buch als autobiographisches Werk an. Dies ist jedoch nur zum Teil richtig. Wiewohl die Autorin auf Erfahrungen ihres Lebens zurückgreift, sollte man ihre „Glasperlenkette„ durchaus als Roman lesen. Hanna Berheide besitzt übrigens nicht nur die Qualitäten einer guten Autorin. Sie ist auch als Vortragsakteurin beim Publikum beliebt. Wenn sie zu Lesungen erscheint – und dies geschieht sehr häufig – füllen sich die Reihen, und die Anwesenden lauschen mit Spannung und Begeisterung ihrem Vortrag. Insidern ist Hanna Berheide auch durch ihre Arbeit als Vorstandsmitglied des Schriftstellerverbandes von NRW bekannt. Ihre aufgeschlossene und hilfsbereite Art hat ihr unter den Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft Respekt und Sympathie eingebracht.
 

Martina Liebermann  

wohnt in den neuen Bundesländern in der Nähe von Rostock. Sie wurde 1964 geboren und ist in der DDR aufgewachsen. Obwohl sie Mutter von zwei Kindern und berufstätig ist, gehört ihr Herz neben der Familie auch der Literatur. Vor allem der Romangattung hat sie sich verschrieben. Obwohl sie mit ihren Texten vordergründig die Schilderung von Geschichten mit einem Happyend verfolgt, setzt sie sich doch mit Problemen wie Arbeitslosigkeit oder Vereinsamung in unserer modernen Gesellschaft auseinander. Bemerkenswert ist, dass sie gehört zu den wenigen Autor(innen) gehört, denen es gelungen ist, trotz ihrer „DDR-Biografie“ das Leben der „Alt-Bundesbür­ger“ bis in die Details zu verinnerlichen. Mit sicherer Hand schildert sie in ihrem ersten Buch eine Romanze, die vom Leser mit klopfendem Herzen bis zum Ende verfolgt wird.


Sigrid Drechsler

stammt aus der Nähe von Dresden. Bevor sie zu unserem Verlag stieß, brachte sie in Eigeninitiative bereits ein Buch heraus („Im Schatten von Mühlberg“), in dem sie die tragische Geschichte ihres Vaters nachzeichnet, der nach dem Krieg im Speziallager Nr.1 des sowjetischen Geheimdienstes in Mühlberg/Elbe umkam. Sie hat damit ein wichtiges Stück Vergangenheitsaufarbeitung geleistet, das in der DDR unter dem Gebot des Schweigens stand. Sigrid Drechsler ist in der DDR aufgewachsen. Vorbelastet durch das Schicksal ihres Vaters musste sie dort ungünstigere Entwicklungsbedingungen in Kauf nehmen. Trotzdem schloss sie ein Studium ab, musste aber durch die Ablehnung des politischen Systems weitere Nachteile in Kauf nehmen. Mit ihrem Buch „Der Hass stirbt mit der Erinnerung“ gelang ihr die Aufarbeitung eines weiteren Kapitels dunkler DDR-Vergangenheit. Als sie in den fünfziger Jahren ihr Forstpraktikum in einem Grenzdorf im Harz absolviert, wird sie fast unmittelbare Zeugin, wie ein Studienfreund, der sich zufällig im Sperrgürtel aufhielt, grundlos durch die Kugel eines Grenzers niedergestreckt wird. Ohne Hass gelingt es ihr, nach vier Jahrzehnten die Atmosphäre im Grenzgebiet und den Kasernen zu rekonstruieren und damit auf der Grundlage des persönlichen Erlebnisses ein aussagefähiges Zeitzeugnis zu schaffen. Sigrid Drechsler lebt in Dresden. Sie hält zahlreiche Lesungen und unternimmt dort Stadtführungen.


Joachim Specht 

ist nicht nur ein Schriftsteller von echtem Schrot und Korn. Er ist zupackend, lebhaft und von enormer Wissbegierde besessen. Nur so konnte er sich einen Traum erfüllen, den noch heute manch einer von uns nur zu träumen wagt. Geboren 1931 im Zeichen des Steinbocks, in der Nähe von Meißen, nahe Radebeul, wo einst Karl May seine Villa Bärenfett er­richten ließ, packte er 1952 seine Sachen und wanderte nach Australien aus. Dort verbrachte er bis 1955 eine abenteuerliche Zeit als Kontraktarbei­ter. Er kam mit Menschen zusammen, die aus allen Himmelsrichtungen stammten. Ob Aborigines, Einwanderer, Polizisten, Manager oder Farmer, Specht hat alle kennen gelernt, er hat sich mit ihnen ange­freundet, sich mit ihnen herumgeschlagen, viele ihrer Schicksale notiert. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Dessau (Sachsen/Anhalt) nieder und begann, aus seinen Notizen Geschichten zu schreiben, wobei er es auf mehr als 20 Buchveröffentlichun­gen und jähr­lich bis zu 200 Lesungen brachte. Nicht wenige seiner Stories wurden übersetzt, und die Germanisten der Universität Queensland widmeten ihm eine fast zwölf­seitige Besprechung seiner Texte im Literaturver­zeichnis „Eagle and Emu“. Seine Geschichten wurden in unserem Verlag neu bearbeitet. Sie sind hinreißend und spannend, und sie zeigen, dass man auch in der modernen Zeit noch Abenteuer erleben und sie beschreiben kann. Joachim Specht hat - nicht nur zu seinem 80. Geburtstag - zahlreiche Ehrungen erfahren. Nach der Veröffentlichung seiner Biografie "Zwischen Dessau und Australien" ist er immer noch als Schriftsteller aktiv.