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Hinweis:
weitere Berichte über unsere Ausstellungen (in 2013 und 2104) finden Sie unter den Rubriken "Der Blog" und unter "Textproben".


Nach etwa zwei Jahren Pause ruft unser Verlag, vertreten durch Alexander Richter und Natascha Bruns, wieder eine Ausstellung ins Leben.  Titel:

DIE MAUER. EINE GRENZE DURCH DEUTSCHLAND

Die Ausstellung ist zu sehen im Rathaus der Gemeine Saerbeck (Ortmitte), sie umfasst zwanzig Tafeln mit Texten und Fotos, auf denen dokumentarisch festgehalten ist, wie es zum Mauerbau kam und welche Schicksale sich mit ihrem mehr als 28-jährigen Bestehen verbinden.

Öffnungszeiten: 2. bis zum 26. April im Foyer des Saerbecker Rathauses

Mo + Di: 8.30 – 16.00 Uhr
Do: 8.30 – 18.00  Uhr
Fr: 8.30 – 12.30 Uhr

Gruppen- und Einzeltermine unter: 
02572 92 38 990 oder 02574 89 503


Nachfolgend stellen wir Ihnen Fotos von verschiedenen tod- und verletzungsbringenden "Requisiten" zur Ansicht zur Verfügung, die in der Ausstellung in dieser Form nicht unbedingt abgebildet sind. Beispeilsweise eine SM-70 (Sprengmine), auch Selbstschussanlage genannt, die im Munitiionswerk Kapen bei Dessau entwickelt und teils produziert wurde. Beachten Sie bitte hierzu die bei uns veröffentlichten Bücher über Kapen ("Erblast", "Geheimnisse") sowie den Roman "Knalltrauma".


Funktionsweise der SM-70: Durch das Berühren eines dünnen Spanndrahtes löste sich ein Schussmechanismus aus, der mit einem Schlag zahllose scharfkantige Metallsplitter abfeuerte. Jede in der Nähe befindliche Person wurde getroffen und schwer verletzt. Lesen Sie nachstehend den Bericht eines westdeutschen Arztes, der versuchte, in den 1970er Jahren einem von mehreren Metallsplittern getroffenen flüchtigen Jugendlichen in einer Notperation des Leben zu retten:

Die unregelmäßig geformten, scharfkantigen und gezackten Metallsplitter des Sprengkörpers, die in ihrer Wirkung Dumdumgeschossen gleichkommen, wenn nicht übertreffen, hatten am linken Oberschenkel in der Tiefe die dort gelagerten Gefäße an mehreren Stellen so zerfetzt, daß eine Gefäßnaht sich äußerst schwierig gestalten ließ und die Operationszeit erheblich verlängerte. Den schweren Entblutungsschock, die Länge der Operation und den dadurch bedingten massiven Einsatz von Blutkonserven und Blutersatzmitteln hat schließlich selbst ein junger Organismus nicht mehr verkraften können.

Nach Einschätzung von Ärzten führte der Einsatz der SM-70-Anlagen bei getroffenen Flüchtlingen auch im Überlebensfall zu irreparablen Verletzungen. 



Ende der 70er Jahre wird geschätzt, dass sich an der DDR-Staats­grenze bis zu 900.000 Minen (einschließlich SM-70), 665 Beobachtungstürme, 900 Erdbunker, 996 Hunde und 271 Lichtsperranlagen befinden. Die Dienstvorschrift bei den Grenztruppen besagt: Der gezielte Schuss auf einen Grenzverletzer ist für den Schützen keine Frage des Gewissens, er ist Notwendigkeit, um unseren friedlichen Staat vor Provokationen und verbrecherischen Elementen zu schützen. Das von der Volkskammer der DDR am 1. Mai 1982 beschlossene Gesetz über die Staatsgrenze der DDR (insgesamt 41 Paragrafen) besagt unter § 27: Die Anwendung der Schusswaffe ist gerechtfertigt, um die unmittelbar bevorstehende Ausführung oder Fortsetzung einer Straftat zu verhindern.














Das von Joachim Specht, Alexander Richter und Herhard Pix (Fotos) veröffentlichte Buch "Die Geheimnisse von Kapen" enthält zahlreiche Detail-Informationen zum Grenzsicherungssystem der DDR.