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Ü B E R:    Alexander Richter: Richtung Norden. Richtung Meer
Eine Novelle
Erschienen 2013, Neuauflage Ende 2014 vorgesehen  

Über die menschlichen Beziehungen und unerwartete gemeinsame Schicksale
Still und doch voller Spannung baut sich das neue Buch des Emsdettener Schriftsteller Alexander Richter „Richtung Norden. Richtung Meer“ auf: Ein Mann mittleren Alters und ein Mädchen von etwa zwanzig Jahren treffen an einem Herbstabend am Rande einer Kleinstadt auf dem Rastplatz einer Tankstelle zusammen. Beide sind von bedrückenden Ereignissen gezeichnet, die gerade hinter ihnen liegen und die sie bis in die Sprachlosigkeit getrieben haben. Um sie zu verarbeiten, wollen sie dem Ort und den Personen des Geschehens entrinnen. Wortlos, fast blind steigt das Mädchen zu dem Mann in das Auto, schweigend beginnen sie diese Fahrt in den Norden, hin zum Meer. In einem kleinen Badeort an diesem Meer - der Nordsee, wie sich unschwer erkennen lässt – besitzt der Mann eine Ferienwohnung, in die er das Mädchen einlädt. Hier finden beide nach einer Zeit des Schweigens allmählich zurück in die Normalität des Lebens und entdecken, dass es nicht nur der Zufall war, der sie zusammengeführt hat und der ihre Schicksale letztlich sogar verbindet. Die Novelle, die in den 1980er Jahren angesiedelt ist, gewinnt schnell an Dynamik. Die Fragen, die sich dem Leser stellen, lösen sich von Seite zu Seite auf und führen zu einem – glücklicherweise nicht tragischen – Ende, das der Leser irgendwann vielleicht erahnen, dennoch nicht vorauswissen kann.


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ÜBER:    Alexander Richter: Zwischen den Welten  (Erschienen 2013)

Ein Buch, bei dem man sich als Leserin oder Leser die Augen reibt. Oder hat schon mal jemand schon mal so offen und schonungslos gegenüber sich selbst über einen Lebensabschnitt berichtet, in dem ihm das Wohlfühlen und das Sichfreuen sozusagen bundesdeutsch verordnet waren? Neuanfang im Westen, nachdem all das Theater in der DDR, das Knast und Verfolgung hieß, überstanden war. Alle dachten doch, wer einmal aus der DDR in den Westen gekommen ist, dem ist es auch einfach gutgegangen. Der wurde mit Geld und Sozialleistungen überschüttet. Wurde er ja offenbar auch, wenn man das hier soliest. Aber das andere, die Großstadteinsamkeit, die fehlende Orientierung im westlichen System, dass diese Übersiedler damals so damit zu kämpfen hatten, ist unsereinem neu. Immerhin, ein spannendes Buch, das der Leserin und dem Leser, der über die wirklich armen und verlassenen Leute im Land – auch die,die schon immer hier lebten – nichts oder nur wenig weiß, die Augen öffnet. Das Buch macht neugierig auf den ersten Band („Eine Rose fürdie Deutschen“), der sich bereits mit derselben Thematik auseinandersetzt.

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 Für mich (Mitte der 1980er geboren) ist vieles neu, was ichin dem Buch finde. Vor allem was die politische Situation anbelangt. Aber auchdas Leben in einer Großstadt, wo so arme Leute (damals gab’s ja wohl noch kein Hartz 4) völlig im Hintergrund bleiben. Das Buch durchquert ja irgendwie alle Schichten der Gesellschaft. Habe es sogar zweimal gelesen und fand es immer noch spannend. 

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Berlin, Berlin – wenn man heute dort lebt, kriegt man immer weniger von dem Dialekt zu hören. Die Einheimischen verziehen sich allmählich,weil die Mieten zu teuer werden und die Zuzügler sprechen ja meist Wessi-Dialekte.Man musste also fünf große Bier in West-Berlin trinken, um vier halbe im Osten zu haben. Man lernt halt immer noch was dazu. 

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 Ich hatte mir, nachdem ich durch Zufall auf dieses Buchgesto0en bin, gleich den ersten Band dazu besorgt. „Eine Rose für dieDeutschen“ ist vor mehr als 15 Jahren erschienen. Beide Bücher zusammen ergebenein Stück Zeitgeschichte zur Teilung Deutschlands, wie ich so basisnah undauthentisch noch nichts gelesen habe. Mich haben die Schilderungen sehr berührt. 

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 Das Buch ist echt ein Kracher. Hinter der satirischen und großmäuligen Schreib-Art des Autors verbirgt sich ein riesiges Potenzial an Frust. Es entsteht der Eindruck eines Menschen, der nicht mehr in sein altes Leben zurück kann und sich stattdessen auf skurrile Weise vorwärts peitscht, damit er nicht liegen bleibt und untergeht. 

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Was ist aus diesem Menschen geworden, der aus dem DDR-Knast kam und im Sumpf der Großstadt zu versinken droht? Im ersten Band schreibt er,er geht weg von Berlin. Aber es scheint keine Lösung zu sein. Konnte er sich erholen? Hat ihm jemand geholfen?

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So ein Buch schreibt keiner, der wohl nicht auch ganz unten war und der sich nach Jahrzehnten nicht noch damit rumschlägt. Immerhin lässter dem Leser, dem das sehr unter die Haut geht, zuletzt doch auch Hoffnung. 

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 Ich fand es gut, dass der Autor nicht nur an sich denkt.Seine Rückblicke und Vergleiche zum Knast in der DDR haben gezeigt, dass erdie, die er im Zuchthaus zurückgelassen hat, nicht vergisst. Dieses Buch istohnehin keines, das man einfach nur in die Rubrik der Übersiedler-Erlebnissestecken kann. Ein Zeitporträt ist es.  
                                                                /// PIN-Lit/NB-Zus-Fass - FMT      ///



Bad Salzuflen
Kurt Müller legt Zeugnis mit Erzählungen über berühmte Dichter vor. Solide, informativ und spannend berichtet der westfälische Schriftsteller aus Bad Salzuflen in seinem neuen Sammelband  "Gestorben in Badenweiler - Episoden aus Dichterleben" mit der Porträtierung von Dichterpersönlichkeiten wie der Droste-Hülshoff, Tschechow  oder Grabbe. Für Tschechow hat er persönlich sehr viel übrig. 
Kurt Müller glänzt bei seinen Lesungen. Sein Vortragsstil ist ernst und gefasst und wird von enormer Spannung geprägt.
Obwohl er vor Jahrzehnten freiwillig in die DDR ging und nur mit Mühe in den Westen zurückkam, blieb er immer im Herzen Westfalen und lippisches Kind.
PIN-Lit/AR



PIN-LIT – überregio:
Über die menschlichen Beziehungen und unerwartete gemeinsame Schicksale

Still und doch voller Spannung baut sich das neue Buch des Emsdettener Schriftsteller Alexander Richter „Richtung Norden. Richtung Meer“ auf: Ein Mann mittleren Alters und ein Mädchen von etwa zwanzig Jahren treffen an einem Herbstabend am Rande einer Kleinstadt auf dem Rastplatz einer Tankstelle zusammen. Beide stehen sie noch unter dem Eindruck bedrückender Ereignisse, von denen der Leser vorerst nichts Konkretes erfährt. Wortlos, fast blind steigt das Mädchen zu dem Mann in das Auto, schweigend beginnen sie diese Fahrt in den Norden, hin zum Meer.
In einem kleinen Badeort an diesem Meer - der Nordsee, wie sich unschwer erkennen lässt – besitzt der Mann eine Ferienwohnung, in die er das Mädchen einlädt. Hier treffen sie mitten in der Nacht ein und finden nach einer Zeit des Schweigens allmählich zurück in die Normalität des Lebens, bis sie nach und nach entdecken, dass es nicht nur der Zufall war, der sie zusammengeführt hat und der ihre Schicksale letztlich sogar miteinander verbindet.
Die Novelle, die in den 1980er Jahren angesiedelt ist, gewinnt schnell an Dynamik und verrät dem Leser immer nur so viel, wie es der Spannungsbogen gebietet. Allmählich jedoch lösen sich die Fragen und Unklarheiten immer deutlicher auf und führen zu einem – glücklicherweise nicht tragischen – Ende, das der Leser irgendwann vielleicht erahnen, dennoch nicht vorauswissen kann.
                           WeGen
Alexander Richter: Richtung Norden. Richtung Meer
Eine Novelle
100 Seiten, 14 Euro, Hardcover
First minute Taschenbuchverlag
ISBN  978-3-932805-72-1


Das Unfassbare
Eine Ausstellung mit besonderem Hintergrund und Inhalt
Steinfurt, Große Kirche
06. Mai 2012, 10.00 Uhr (Eröffnung) bis 16. Juni 2012

Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz in der DDR-Kleinstadt Zeitz (inzwischen Sachsen-Anhalt), um auf diese Weise auf das Unrechts-Regime der DDR aufmerksam zu machen. Bis heute gilt dies als eine Tat, auf die die Welt mit Schaudern und Ehrfurcht schaut: Mit geradezu erschreckender Ruhe übergießt sich der Pfarrer Brüsewitz am Vormittag jenes Sommertages mit etwa 20 l Benzin, um sich danach anzuzünden und wie eine riesige Fackel brennend zu erleuchten.
Dies war SEIN Protest gegen die kommunistische Diktatur, die insbesondere die Jugend durch ideologischen Drill verdarb und in eine falsche Richtung führte. Zugleich setzte Brüsewitz ein Ausrufungszeichen gegen den unklaren Anpassungskurs der evangelischen Kirche in der DDR, die, obwohl unter ihrem Dach erbitterte Freiheitsdebatten geführt wurden, sich mit der Bewegung „Kirche im Sozialismus“ dem SED-Regime endgültig zu unterwerfen drohte.
Die Ausstellung, die über lange Zeit unbeachtet in einem kleinen Ort am Bodensee brach lag, wurde vor einigen Jahren neu belebt. Der Schriftsteller und Journalist Alexander Richter, der wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ in der DDR zu sechs Jahren Haft verurteilt war, holte sie 2005 in Eigeninitiative ins Münsterland und zeigte sie an bisher bundesweit unterschiedlichen Orten sowie in Litauen in der Nähe des Geburtsortes von Oskar Brüsewitz. Er machte sie somit vielen interessierten Besuchern, darunter Schulklassen und Politiker, zugänglich.
Die Ausstellung befasst sich jedoch nicht bloß mit der Einzelperson des Oskar Brüsewitz. Es geht um 40 Jahre deutsche Teilung, um vier Jahrzehnte Geschichte des SED-Unrechts. Auf insgesamt 19 großen Tafeln wird gezeigt, wie das Ministerium für Staatssicherheit Menschen verfolgte und zugrunde richtete und wie der Staat die Menschen systematisch jede Form von wirklicher Freiheit und Demokratie nahm.  




„Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland“Die Mauer Ausstellung über die Zeit im geteilten Deutschland in Saerbeck bei Münster

Die Ausstellung besteht aus zwanzig Tafeln mit detaillierten Inhalten zum Thema geteiltes Deutschland, Mauerbau und politische Verhältnisse. Eine Leihgabe der Volksbank Niedergrafschaft, die diese im vorigen Jahr von der Stiftung zur Aufarbeitung von SED-Unrecht

2. bis 24. April im Foyer des Saerbecker Rathauses zu sehen.

Die Ausstellung kam auf Initiative des Schriftstellers Alexander Richter, der in Saerbeck bereits Ausstellungen über Oskar Brüsewitz und Heinrich Böll zeigte, hierher.  Richter war Opfer des SED-Regimes. Er wurde 1982 verhaftet und später zu sechs Jahren Haft wegen einer geplanten Buchveröffentlichung verurteilt. 1985 wurde er freigekauft.
Er ist im Zeitzeugenprogramm von NRW aktiv. Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos, eröffnete die Ausstellung und empfahl sie als Anschauungsmaterial für Schulklassen und geschichtlich Interessierte.
Fotos vom Aufbau der Ausstellung (© www.first-minute-buecher.de):










ZEITZEUGENVORTRAG BEI OCHTRUPER REFERENDAREN
Ochtrup / NRW
Das Zeitzeugenprojekt wurde nun auch in Ochtrup wirksam.  Federführend ist die Vereinigung der Opfer des Stalinismus in NRW (VOS) gemeinsam mit dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr Universität Bochum (IDF).
Seitens der Bildungseinrichtung war Andreas Pohlmann für die Veranstaltung für Referendare verantwortlich. Das Gespräch beinhaltete die Haft- und Lebensgeschichte des ehemaligen DDR-Bürgers Alexander Richter. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die künftigen Lehrkräften für das Gymnasium Ochtrup eingeladen.
Richter war 1982 wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt, da er in rund 500 Briefen mehrere Manuskriptseiten seines ersten Romans über die DDR nach Westdeutschland schickte. 1
Die  teilnehmenden Referendarinnen und Referendare erhielten wichtige Informationen darüber, wie sie im Unterricht mit Zeitzeugen arbeiten können. Sie kamen mit echten menschlichen Schicksalen in Berührung.
15. März 2012 - Foto: R. Feistmann






Autor Joachim Specht nach Krankenhausaufenthalt auf dem Weg der Besserung
Vorerst aber keine Lesungen und andere Veranstaltungen
DESSAU / Januar 2012 Der Dessauer Schriftsteller Joachim Specht, der erst vor wenigen Wochen mit seiner neuesten Buchveröffentlichung "Pinubi" auf sich aufmerksam machen konnte, musste im Dezember 2011 überraschend wegen einer Herzerkrankung ins Krankenhaus eigeliefert werden. Durch schnelle medizinische Hilfe konnten jedoch schwere Folgen der Erkrankung verhindert werden. Specht befindet sich inzwischen wieder zu Hause und wird dort ambulant weiter behandelt. Die anstehenden Lesungen und Vorträge mussten daher vorerst abgesagt werden. Möglicherweise wird sich der Autor in absehbarer Zeit einer Kurbehandlung unterziehen. Ungeachtet dessen ist auch für das Jahr 2012 ein neues Australien-Buch des Dessauer Erfolgsautors im Gespräch. Um was es sich dann genau handeln wird, steht noch nicht fest.
Das zuletzt von Joachim Specht im first minute Verlag erschienene Buch spielt ebenfalls auf dem Fünften Kontinent. Der Inhalt ist sozialkritisch und umweltbewusst, er enthält ein weiteres australisches Abenteuer, das bereits vor 25 Jahren in der DDR erschienen ist und im first minute Verlag umfassend überarbeitet wurde. Es trägt den Namen „Pinubi“ und ist mittlerweile bis auf wenige Exemplare vergriffen. Dieses Buch wurde inzwischen auch in die E-Book-Serie des Verlages aufgenommen.
Von persönlichem und historischem Wert ist insbesondere Spechts Autobiografie, die anlässlich des 80. Geburtstages des in Dessau lebenden Autors im Januar 2011 erschienen ist und die auch in seinem Geburtsort, dem sächsischen Weinböhla, Interessenten fand.
Die Biografie, die zahlreiche Fotografien von unschätzbarem geschichtlichen Wert – unter anderem fotografierte Specht die englische Queen bei einem Besuch in Australien im Jahr 1953 – enthält, trägt den Titel „Lebenswege – zwischen Dessau und Australien“.
Sie ist im Verlag erhältlich, kann aber auch über den Buchhandel bezogen werden. Dasselbe gilt für die Bücher über die einstige Munitionsfabrik Kapen. 
Seit 1997 hat Joachim Specht im First minute Taschenbuchverlag dreizehn Bücher veröffentlicht. Einige davon sind überarbeitete Neuauflagen, die sich mit der Zeit des Autors in Australien befassen, andere handeln in der Zeit der DDR oder spiegeln die Verhältnisse nach der deutschen Wiedervereinigung wider. Eines gilt für alle in unserem Verlag erschienenen Specht-Bücher: Sie sind zeitlos spannend, weisen ein hohes Maß an sozialem Engagement, auf und sie sind geprägt von der Sorge um unsere Natur und die Umwelt. 
Quelle: PIN-Lit/age/AR

 



Debatte über die Ziele der DDR-Opposition

POTSDAM / INNENSTADT - „DDR-Opposition zwischen drittem Weg und deutscher Einheit“ war der Ansatz einer Zeitzeugenrunde am Montagabend in der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55. Moderator Manfred Kruczek, ein Veteran des „Neuen Forums“ in Potsdam, räumte zu Beginn mit einigen Legenden auf. Darunter jene, nach der alle DDR-Bürgerrechtler Verfechter eines „dritten Weges“ gewesen seien, einer humaneren DDR-Variante statt der deutschen Wiedervereinigung: „Es war nicht so, dass generell alle den dritten Weg haben wollten“, sagte Kruczek.
Der aus Potsdam stammende Bürgerrechtler Alexander Richter pflichtete ihm umstandslos bei. Richter, der nach längerer Haft auch in der Lindenstraße von der Bundesrepublik freigekauft worden war, zitierte seine Stasi-Akte. Die eigene Freundin habe 1979/1980 als „Inoffizielle Mitarbeiterin“ über ihn berichtet, „dass ich an die Einheit Deutschlands glaube, so Richter: „Und da hat sie sogar Recht gehabt.“
Schon der nächste Gesprächspartner im Podium war anderer Ansicht. Reinhard Schult war in der Nacht vom 9. zum 10. September 1989 einer der 30 Erstunterzeichner des Aufrufs „Die Zeit ist reif – Aufbruch 89“, mit dem das Neue Forum aus der Taufe gehoben wurde und die friedliche Revolution an Fahrt gewann. Er bekannte freimütig: „Unsere klare Botschaft ist gewesen, dass wir diese BRD-Gesellschaft nicht anstreben.“ Sicher habe man fast 30 Jahre auf den Mauerfall gewartet, doch nicht zwingend auf die Wiedervereinigung. Auf Nachfrage aus dem Publikum stellte Schult die Gegenfrage: „Was haben wir denn gewonnen?“ Er kritisierte etwa die Wahlgesetzgebung, die hinter den Entwürfen der DDR-Bürgerrechtler zurückblieb. Sehr lautstark protestierte Volkmar Näder, einige Zeit CDU-Stadtverordneter: „Wo leben Sie denn?“ Schult bekräftigte, die Freiheit sei „durch die Revolution gewonnen“ worden, „nicht durch die deutsche Einheit“. Näder entgegnete schroff: „Das Einmaleins sollte man begriffen haben in 20 Jahren!“
Anders differenziert ist die Sicht Frank Grünerts, Sprecher des Neuen Forums im sächsischen Plauen, in dem schon vor Leipzig tausende Menschen den Protest auf die Straße trugen. Dort, so Grünert, „gab es keinen anderen Weg als: ,Wir sind das Volk’, ,Wir sind ein Volk’, ,Deutschland, einig Vaterland’“ – in dieser Reihenfolge: „Wer hat denn vor dem Oktober 1989 überhaupt geglaubt, dass die Blöcke sich auflösen würden? Wir selbst haben nicht daran geglaubt, so dass am Anfang niemals der Gedanke ,Deutschland, einig Vaterland’ aufgekommen wäre“.







6. Januar 2011 Dessau

Schriftsteller Joachim Specht begeht unter großer öffentlicher Beachtung seinen 80. Geburtstag. In den Medien Sachsen-Anhalts sowie seiner Geburtsstadt Weinböhla (Sachsen) wird die literarische und soziale Lebensleistung des populären Autors noch einmal breit gewürdigt.

Politiker, Weggefährten, Freunde und andere Prominente sprechen dem „alten“ Dessauer, der auch nach der Wende ein erfolgreicher Autor geblieben ist und durch seinen Wechsel zum first minute Verlag eine Reihe Bücher aus der DDR-Zeit in überarbeiteter Form neu veröffentlichte. Ebenso entstanden aus neuen Texten auch neue Bücher zu aktuellen Themen. Der Verlag hat die Veröffentlichung der Werke mit großem Nachdruck durchgesetzt. In den Medien wurde seit mehr als 15 Jahren über jeweilige Neuerscheinungen und überarbeitete Wiederauflagen berichtet. Die Dessauer Buchhandlungen bemühten sich um eine angemessene Präsentation.

Die Berichte hierzu sind in der lokalen Tagespresse oder ausgewählt auf unserer Internetseite enthalten.